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Pressemeldungen

Hier finden Sie aktuelle und frühere Pressemitteilungen des MVaK.

15.04.2026
Biodiesel in der Binnenschifffahrt:
Neue Liste mit Motorenfreigaben für B100 und Beimischungen erleichtert Klimaschutz

Gemeinsame Pressemitteilung mit VDB & AGQM

Berlin, 15. April 2026 – Biodiesel in der Binnenschifffahrt kann erheblich an Bedeutung gewinnen. Zahlreiche Schiffsmotoren sind bereits heute für den Betrieb mit reinem Biodiesel (B100) oder mit höheren Biodiesel-Beimischungen wie B20 oder B30 zugelassen. „Biodiesel ist eine sofort verfügbare Lösung für die Binnenschifffahrt – und ohne großen technischen Aufwand einsetzbar“, sagt Elmar Baumann. Er ist Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), der gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel (AGQM), dem Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe (MVaK) und weiteren europäischen Verbänden die aktualisierte Freigabenliste für Binnenschiffe herausgegeben hat.

Die europäischen Klimaziele rücken die Frage nach pragmatischen Lösungen für die Emissionsminderung im Verkehr zunehmend in den Fokus. „Wer CO2-Emissionen senken will, kommt an nachhaltigem Biodiesel nicht vorbei – insbesondere dort, wo alternative Antriebe noch nicht flächendeckend verfügbar sind wie in der Binnenschifffahrt,“ sagt Detlef Evers, Geschäftsführer beim MVaK.

Neben CO2-Einsparungen bietet Biodiesel weitere ökologische Vorteile: Er ist nahezu schwefelfrei, biologisch leicht abbaubar (Wassergefährdungsklasse – WGK 1) und senkt die Feinstaubemissionen deutlich. Zudem gilt Biodiesel aufgrund seines hohen Flammpunktes nicht als Gefahrgut, was zusätzliche Vorteile für Lagerung und Transport mit sich bringt. „Biodiesel verbindet Klimaschutz mit der Nutzung bestehender Infrastruktur – ein entscheidender Vorteil für die Binnenschifffahrt,“ sagt Martin Joss, Geschäftsführer von Biofuels Schweiz.

Die Anforderungen an Biodiesel als Reinkraftstoff oder Beimischung sind europaweit in der Norm EN 14214 festgelegt. „Die kritischen Parameter, wie zum Beispiel den Wassergehalt, hat die AGQM mit ihrem Qualitätsmanagement und regelmäßigen Beprobungen ihrer Mitglieder im Blick. Die Ergebnisse zeigen: Die realen Werte liegen seit Jahren deutlich unterhalb der Normgrenzwerte“, sagt Katharina Friedrich, Geschäftsführerin der AGQM

In Österreich wird der Einsatz nachhaltiger Biokraftstoffe gezielt gefördert, unter anderem durch steuerliche Begünstigungen. „Die Rahmenbedingungen in Österreich unterstützen den Einsatz von Biodiesel – jetzt gilt es, dieses Potenzial konsequent zu nutzen. Die aktualisierte Freigabenliste Binnenschifffahrt bietet die notwendige Orientierung,“ sagt Alexander Bachler, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe.

Die aktualisierte Freigabenliste „Binnenschifffahrt“ finden Sie hier.

Ansprechpartner für technische Angaben:

Jannes Gehl
Referent für Qualitätssicherung AGQM Biodiesel e.V.
(030) 726 259-82
jannes.gehl@agqm-biodiesel.de

03.03.2026
Biodiesel sichert Klimaschutz für Lkw, Busse, Traktoren und mobile Maschinen mit B20, B30 und B100

Gemeinsame Pressemitteilung mit VDB & AGQM

Berlin, 03.03.2026 – Viele Lkw, Busse, Traktoren und Baufahrzeuge sind bereits für höhere Biodieselanteile freigegeben. In der aktualisierten Freigabenliste geben 20 Fahrzeug- und Motorenhersteller einen Überblick darüber, welche Nutzfahrzeuge und Motoren problemlos mit höheren Biodiesel-Beimischungen oder reinem Biodiesel betrieben werden können. „Mit Biodiesel steht schon heute ein erneuerbarer Kraftstoff in exzellenter Qualität und großen Mengen zur Verfügung“ , sagt Elmar Baumann. Er ist Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), der gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel (AGQM), dem Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe (MVaK) und weiteren europäischen Verbänden die aktualisierte Freigabenliste für Nutzfahrzeuge und NRMM herausgegeben hat.

Auf Europas Straßen sind aktuell rund sechs Millionen Lkw unterwegs, über 95 Prozent davon mit Dieselmotoren. Ihr jährlicher Kraftstoffverbrauch liegt bei etwa 100 Milliarden Litern. Angesichts einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren wird sich der Bestand dieselbetriebener Lkw auch bei zunehmender Einführung alternativer Antriebe in den nächsten Jahren nur geringfügig reduzieren. Vor diesem Hintergrund kommt dem Einsatz klimafreundlicher, sofort verfügbarer Kraftstoffe eine besondere Bedeutung zu. „Egal ob in der Bestandsflotte oder bei Neufahrzeugen: Biodiesel ist für praktikablen Klimaschutz bei schweren Nutzfahrzeugen unverzichtbar. Für Unternehmen und öffentliche Betriebe ist Biodiesel eine interessante Möglichkeit, CO2-Emissionen zu senken“, sagt Detlef Evers, Geschäftsführer beim MVaK.

Biodiesel mindert im Vergleich zu fossilem Diesel die Treibhausgasemissionen im Durchschnitt um bis zu 86 Prozent (BLE Evaluations- und Erfahrungsbericht 2024). Aktuell wird Biodiesel dem fossilen Diesel standardmäßig in einem Anteil von bis zu sieben Prozent beigemischt und an öffentlichen Tankstellen als B7 angeboten. Darüber hinaus ermöglichen höhere Biodiesel-Beimischungen wie B10, B20 oder B30 bis hin zu reinem Biodiesel (B100) eine deutlich stärkere Treibhausgasminderung. Grundsätzlich gilt, dass Kraftstoffe die Mindestanforderungen der geltenden Normen erfüllen müssen. „Die Güte des Biodiesels stellt die AGQM durch ein umfassendes Qualitätssicherungssystem mit regelmäßigen, unangekündigten Beprobungen bei ihren Mitgliedern, Herstellern und Lagerbetreibern sicher. So können Fahrzeuge problemlos mit B20, B30 oder B100 betrieben werden. Mit dem B100-Nutzfahrzeugstandard der AGQM wird der Einsatz von reinem Biodiesel in modernsten Motoren und Abgasnachbehandlungssystemen abgesichert“, sagt Katharina Friedrich, Geschäftsführerin der AGQM.

In Österreich, der Schweiz und Frankreich gibt es bereits heute einen nennenswerten Einsatz von B100. „In der Schweiz zeigt sich, dass B100 eine sofort verfügbare und praxistaugliche Lösung für die Defossilisierung von Nutzfahrzeugen ist. Voraussetzung dafür sind klare Freigaben und eine hohe Kraftstoffqualität. Die aktualisierte Freigabenliste schafft genau diese Transparenz und gibt Flottenbetreibern die nötige Sicherheit für den Einsatz von reinem Biodiesel“, sagt Martin Joss, Geschäftsführer von Biofuels Schweiz. „In Österreich hat Diesel einen sehr hohen Anteil am Kraftstoffmarkt. Biodiesel ist eine gefragte Alternative zur Verringerung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Die vorliegende Freigabenliste zeigt die aktuellen Einsatzmöglichkeiten von reinem Biodiesel auf. Bei B100 ist viel Potential vorhanden, seine Nutzung kann durch die Broschüre wieder neuen Schwung bekommen,“ sagt Alexander Bachler, Geschäftsführer der Plattform Erneuerbare Kraftstoffe.

Die aktualisierte Freigabenliste finden Sie hier.

Redaktion und Ansprechpartner für technische Angaben:

Jannes Gehl
Referent für Qualitätssicherung AGQM Biodiesel e.V.
(030) 726 259-82
jannes.gehl@agqm-biodiesel.de

24.02.2026
Mittelständische Produzenten von Biodiesel aus Abfall und Reststoffen brauchen wieder eine Perspektive

Am 26.02.2026 wird sich der Deutsche Bundestag in erster Lesung mit dem zweiten Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote befassen. Mit dem Gesetzentwurf sollen die EU-Vorgaben der RED III für den Verkehrssektor umgesetzt werden. Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf vor, strengere Maßnahmen zur Betrugsprävention im Biokraftstoffbereich einzuführen. Detlef Evers, Geschäftsführer des Mittelstandsverbands abfallbasierter Kraftstoffe e.V. (MVaK), dazu: „Wir begrüßen ausdrücklich die geplante Abschaffung der Option zur doppelten Anrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe und die Gestattungspflicht von Vor-Ort-Kontrollen für Produzenten weltweit. Wichtig ist es, diese Maßnahmen rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft treten zu lassen, damit heimische Biodieselproduzenten im Quotenjahr 2026 wieder in einen fairen Wettbewerb mit Biokraftstoffproduzenten aus Staaten außerhalb der EU treten können.“

Ebenfalls fordert der MVaK, dass der Rohstoffpool für sogenanntes Co-Processing in Mineralölraffinerien nicht auf Rohstoffe wie Altspeiseöl und Tierfette ausgeweitet wird. Biokraftstoffe aus diesen Rohstoffen (Anhang IX Teil B der EU-Richtlinie) dürfen nur bis zu einer Obergrenze von 1,9 Prozent energetisch auf die Treibhausgasminderungs-Quote angerechnet werden. Ihre Anrechnung ist somit mengenmäßig begrenzt. Diese Höchstmenge wurde in den Jahren 2018 und 2022 bereits vollständig durch die Verwendung von Biodiesel und HVO ausgeschöpft. „Nun auch noch multinationalen Mineralölunternehmen via Co-Processing Zugriff auf diesen begrenzten Absatzmarkt bzw. Rohstoffpool zu gestatten, würde unweigerlich zu einer Umleitung von Rohstoffen zulasten mittelständischer Biodieselproduzenten führen und hätte in der Folge einen geringeren Klimanutzen“, erklärt Evers. Eine Studie des studio Gear Up aus dem Jahr 2021 hatte belegt, dass die Verwendung von gebrauchten Speiseölen zur Biodieselproduktion für Verbraucher und Klimaschutz die effizienteste Option darstellt. Evers weiter: „Heimische mittelständische Produzenten von Biodiesel aus Abfall und Reststoffen haben in den vergangenen Jahren im Vertrauen auf gleichbleibende Rahmenbedingungen deutschlandweit eine Produktionskapazität von über 1 Mio. Tonnen aufgebaut. Ihnen nun die Rohstoffbasis zu entziehen, wäre ein Schlag ins Gesicht dieser Unternehmen“.

Nachdem heimische Produzenten von Biodiesel aus Abfall und Reststoffen über drei Jahre lang einem unfairen Wettbewerb mit Importen fragwürdiger Biokraftstoffe aus Drittstaaten ausgesetzt waren, erwartet der MVaK, dass der Deutsche Bundestag die Weichen dahingehend stellt, dass Produzenten von Biodiesel – insbesondere wenn diese Altspeiseöle als Rohstoff verwenden – wieder eine Perspektive erhalten und Biodiesel aus Abfall und Reststoffen weiterhin seinen Beitrag zur effizienten Kaskadennutzung, regionalen Wertschöpfung und zum Klimaschutz im Straßenverkehr leisten kann.

Zum MVaK:
Der Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe e.V. (MVaK) repräsentiert 31 überwiegend mittelständische Unternehmen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Produktion von abfallbasiertem und fortschrittlichem Biodiesel tätig sind. Seine Mitgliedsunternehmen sammeln geeignete pflanzliche Abfall- und Reststoffe, insbesondere gebrauchte Speiseöle sowie Abfallfettsäuren, bereiten diese auf, verarbeiten sie zu abfallbasiertem oder fortschrittlichem Biodiesel oder handeln mit Rohstoffen und Fertigprodukten. 
(www.mvak.eu)

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* Das Datum der 1. Lesung ist nachträglich angepasst: von 25.02. auf 26.02.2026

01.03.2023
Biodiesel aus gebrauchten Speiseölen macht Verbrenner schon heute klimafreundlicher

Fast 900 Millionen Liter abfallbasierter Biodiesel flossen 2021 durch die Zapfpistolen deutscher Tankstellen. 2,5 Millionen Tonnen CO2 wurden dadurch einspart. Für Tankende geschah dies meist unbemerkt, denn abfallbasierter Biodiesel wird herkömmlichem Diesel beigemischt. Bis zu sieben Prozent.

„Klimaschutz im Verkehr braucht schnelle Erfolge. Deshalb sollte die Bundesregierung den Biodieselanteil in fossilem Diesel umgehend anheben“, sagt Detlef Evers, Geschäftsführer des Mittelstandsverbandes abfallbasierter Kraftstoffe. „Viele Dieselfahrzeuge sind für höhere Biodiesel-Beimischungen als sieben Prozent freigegeben. Statt Verbrenner zu verbieten, sollten Verbrenner zu Erfüllungsgehilfen für den Klimaschutz werden.“

Abfallbasierter Biodiesel wird meist aus gebrauchten Speiseölen hergestellt. Seine durchschnittliche Emissionseinsparung liegt bei 92 Prozent; damit ist abfallbasierter Biodiesel nahezu klimaneutral. Für den Straßenverkehr und Verbraucher ist abfallbasierter Biodiesel eine besonders effiziente Klimaschutzoption, denn Herstellungs- und CO2-Minderungskosten sind vergleichbar gering. Produziert wird der nachhaltige Kraftstoff von zahlreichen mittelständischen Unternehmen in ganz Deutschland. Abfallbasierter Biodiesel steht also auch für regionale Wertschöpfung.

Und er hat Potenzial. Die Produktion von abfallbasiertem Biodiesel könnte gesteigert werden, wenn gebrauchte Speiseöle flächendeckend auch aus Haushalten gesammelt würden. Erste regionale Initiativen zeigen, dass eine solche Sammlung in ganz Deutschland umsetzbar wäre.

„Biokraftstoffe mit hoher CO2-Minderung, wie Biodiesel aus gebrauchten Speiseölen, helfen der Bundesregierung, ihre Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen. Heute wie in der Zukunft“, erklärt Evers abschließend.


Pressekontakt

Florian Boenigk, Pressesprecher
Tel.          +49 30 700140-316
Mobil      +49 173 6287263

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Detlef Evers, Geschäftsführer
Mittelstandsverband abfallbasierter Kraftstoffe e.V. (MVaK)

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