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Nationale Umsetzung der RED II

Die nationale Umsetzung der Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (Neufassung), kurz RED II, bestimmt für unsere Branche den ordnungspolitischen Rahmen bis 2030. Jeder Mitgliedsstaat entscheidet darüber, ob die Produktion und der Absatz von abfallbasiertem Biodiesel bis 2030 weiter steigen kann; und damit über seinen ohnehin schon bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz im Straßenverkehr. 

Wir sind der Überzeugung, dass die Nutzung von abfallbasiertem Biodiesel als dem heute klimafreundlichsten Biodiesel nicht begrenzt werden darf. Auch sind wir davon überzeugt, dass besonders nachhaltige Biokraftstoffe mit ihrer deutlichen Minderung von Treibhausgase auf absehbare Zeit das wichtigste Instrument für Regierungen sind, die THG-Emissionen des Fahrzeugbestandes zu mindern. Nur so lassen sich mit Blick auf den Bestand von Verbrennungsmotoren insbesondere die kurzfristigen Klimaziele erreichen.

Wer Klimaschutz im Straßenverkehr ernst meint, darf den Absatz von abfallbasiertem Biodiesel nicht begrenzen.

Am 24. September 2020 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zwei Referentenentwürfe zur  nationalen Umsetzung der Art. 25-28 RED II vorgelegt. Hier unsere Stellungnahmen zu den Referentenentwürfen (Stellungnahme 1, Stellungnahme 2).

Nach langwierigen Verhandlungen der beteiligten Ressorts wurde der am 18. Dezember 2020 vereinbarte Kompromiss zum Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote am 03. Februar 2021 vom Bundeskabinett verabschiedet. Am 12. Februar 2021 wurde der Entwurf dem Bundesrat zugeleitet. Dieser hat am 26. März 2021 während seiner Plenarsitzung über seine Stellungnahme zum Gesetzentwurf abgestimmt. Am 15. April 2021 soll die erste Lesung im Bundestag erfolgen. Lesen Sie hierzu auch unser aktuelles Positionspapier “Mehr Klimaschutz im Verkehr ist möglich”.

B10

Höchste Zeit für B10

Fossilem Diesel werden heute bis zu 7 Prozent Biodiesel (B7) beigemischt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Beimischung auf bis zu 10 Prozent (B10) erhöht wird. Dafür gibt es gute Gründe und zahlreiche Beispiele in anderen Ländern.

Übrigens, es gibt auch schon viele Nutzfahrzeuge, die für den Betrieb mit einer Biodiesel-Zumischung größer 7 Prozent freigegeben sind.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu B10 im Überblick. 

Projekt „Jeder Tropfen zählt“

Die Sammlung gebrauchter Speiseöle aus Haushalten ist bereits gängige Praxis in zahlreichen Ländern Europas. Das DBU-geförderte Projekt „Jeder Tropfen zählt“ sollte ermitteln, ob eine solche Sammlung auch in Deutschland umgesetzt werden kann. Der Erfolg spricht für sich! Als Partner dieses Projektes haben wir schon wenige Monate nach Projektbeginn gelernt, dass deutsche Haushalte absolut bereit sind, ihr gebrauchtes Speiseöl zu sammeln.

Nun muss sich zeigen, wie schnell die Sammlung auf ganz Deutschland ausgedehnt werden kann. Interessierte Kommunen gibt es bereits in vielen Regionen Deutschlands. 

Lassen Sie uns im Sinne eines „Klimaschutzes zum Mitmachen“ gemeinsam für eine bundesweite Sammlung gebrauchter Speiseöle aus Privathaushalten sorgen! Die Zeit ist reif, und die Voraussetzungen könnten besser nicht sein.

UCO-Konversionseffizienz „Das Beste daraus machen“

Abfall und Reststoffe sind besonders nachhaltige und begehrte Ausgangsstoffe für die Produktion erneuerbarer Kraftstoffe. Sie sind in ihrer Verfügbarkeit aber auch begrenzt. Sie können zu Biodiesel verarbeitet werden, aber auch zur HVO-und HEFA-Produktion oder im Co-Processing genutzt werden. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, mit welchem Konversionsverfahren der höchste Klimanutzen im Verkehr erreicht werden kann. 

Um diese Frage zu beantworten, haben wir gemeinsam mit unserem europäischen Schwesterverband EWABA die Studie “Conversion efficiencies of fuel pathways for Used Cooking Oil” in Auftrag gegeben. Diese wurde im März 2021 veröffentlicht.

Zu ähnlichen Ergebnissen wie die Studie “Conversion efficiencies of fuel pathways for Used Cooking Oil” kommt auch das Umweltbundesamt in der Veröffentlichung UBA-Texte 09/21 “Ermittlung von Kriterien für hochwertige anderweitige Verwertungsmöglichkeiten von Bioabfällen” aus dem Januar 2021.

Auch eine Arbeit der Renewable Energy Group (REG) zeigt, dass gebrauchte Speiseöle für Klimaschutz und Verbraucher am effizientesten zu Biodiesel verarbeitet werden sollten. 

Drei Arbeiten, ein Ergebnis: Werden gebrauchte Speiseöle zu Biodiesel verarbeitet, gelangen die meisten erneuerbaren Kohlenstoffatome genau dorthin, wo sie heute am dringendsten gebraucht werden; als erneuerbarer Kraftstoff in den Straßenverkehr.

Erneuerbare Flugturbinenkraftstoffe

Die Verfügbarkeit gebrauchter Speiseöle ist begrenzt. Um möglichst alle anfallenden Altspeiseöle zu sammeln, haben unsere Mitglieder in den letzten Jahren kontinuierlich deren Sammlung optimiert und ausgebaut. Gleichzeitig haben unsere Mitglieder in die Produktion von abfallbasiertem Biodiesel aus Altspeiseöl investiert – in Nord-, Süd-, West- und Ost-Deutschland.

Durch die Nutzung von abfallbasiertem Biodiesel allein konnten in 2018 im deutschen Straßenverkehr 3,6 Mio. t CO2-eq eingespart werden.

Zukünftige Verwendungspflichten von erneuerbaren Flugturbinenkraftstoffen dürfen nicht die Nutzung von Flugturbinenkraftstoffen, die aus gebrauchten Speiseölen nach dem sogenannten HEFA-Verfahren hergestellt werden, einschließen.

Jede undifferenzierte Verwendungspflicht würde Produzenten von abfallbasiertem Biodiesel einem unfairen Wettbewerb mit Produzenten (aktuell gibt es nur zwei in Europa) von HEFA-Flugturbinenkraftstoff im Rohstoffmarkt aussetzen. Denn abfallbasierter Biodiesel kann wegen seiner Kaltfließeigenschaften nicht als Flugturbinenkraftstoff eingesetzt werden. Um aus gebrauchten Speiseölen Flugturbinenkraftstoff herzustellen, müssen diese erst aufwendig hydriert und im Anschluss isomerisiert
(= HEFA-Verfahren) werden.

Jede undifferenzierte Verwendungspflicht würde folglich dazu führen, dass

  • Altspeiseöle nicht am effizientesten für den Klimaschutz genutzt werden, bitte sehen Sie hierzu die Studie “Conversion efficiencies of fuel pathways for Used Cooking Oil”,
  • HEFA-Produzenten einen unfairen Wettbewerbsvorteil erlangen,
  • hiesige Biodiesel-Produzenten um ihre Rohstoffversorgung bangen müssten,
  • regionale Wertschöpfung ins Ausland transferiert würde,
  • wertvolles Potenzial, um nationale Klimaziele zu erreichen, verloren ginge,
  • innovative Verfahren zur Produktion erneuerbarer Flugturbinenkraftstoffen, die bisher ungenutzte Ausgangsstoffe einsetzen würden, wegen mangelnder Absatzperspektive nicht zur Marktreife gelangen könnten.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Positionspapier zum Thema sowie in der Studie „Analysis of aviation fuel demand on waste fats and oils market“.

Erneuerbare Kraftstoffe in der Schifffahrt

Auch für die Binnenschifffahrt ist die Nutzung von Biodiesel eine wichtige Option zur Minderung der Treibhausgasemissionen. Viele Motorenbaureihen unterschiedlicher Hersteller sind bereits für die Nutzung von Biodiesel-Beimischungen zu herkömmlichen Diesel (B7 oder B20) oder für die Nutzung von reinem Biodiesel (B100) freigegeben. 

Eine Liste mit allen freigegebenen Schiffsmotoren finden Sie unter dem folgenden Link.

Treibhausgasminderungs-Quote

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) setzt mit der Treibhausgasminderungs-Quote in § 37a den ordnungspolitischen Rahmen auch für den Absatz erneuerbarer Kraftstoffe in Deutschland. 

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD darauf verständigt, die Treibhausgasminderungs-Quote weiterzuentwickeln. Im Rahmen der nationalen RED II-Umsetzung gilt es nun, diese Vereinbarung umzusetzen und mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz in Einklang zu bringen.

Zum aktuellen Stand (März 2021) der nationalen RED II-Umsetzung haben wir das Positionspapier “Mehr Klimaschutz im Verkehr ist möglich” erarbeitet.

Wir sind davon überzeugt, dass in den Jahren 2021-2025 das Ambitionsniveau der Treibhausgasminderungs-Quote weiter gesteigert werden kann und zusätzlich verstetigt werde muss. Nur so können wir alle nachhaltig verfügbaren Erfüllungsoptionen vollumfänglich nutzen. Für mehr Klimaschutz im Verkehr.

Green Deal

Der Green Deal ist zugleich Fahrplan und Bekenntnis der Europäischen Kommission zu mehr Klimaschutz. Ziel der Europäischen Kommission ist es, bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freizusetzen, Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln und dabei niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich zu lassen. 

Eine steigende Nutzung von mehr abfallbasiertem Biodiesel passt aufgrund seiner Eigenschaften perfekt in diese Klimaschutz-Strategie. Abfallbasierter Biodiesel zeichnet sich durch eine CO2-Minderung um mehr als 90 Prozent aus. Er sorgt für Müllvermeidung, weil er aus Abfall und Reststoffen produziert wird. Und ganz wichtig – er ist der Kraftstoff, der es auch Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ermöglicht, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können.

Damit wollen und werden wir auch die Bürgerinnen und Bürger für mehr Klimaschutz gewinnen, die auf absehbare Zeit nicht die Mittel haben, auf E-Mobilität umzusteigen.

Tierfette

Sowohl die RED I als auch die RED II führen Tierfette der Kategorien I und II als nachhaltige Ausgangsstoffoptionen zur Produktion von Biodiesel mit hoher Treibhausgasminderung auf. Folglich wird der Absatz von Biokraftstoffen aus Tierfetten in fast allen EU-Mitgliedsstaaten auf die Erfüllung der nationalen RED-Ziele angerechnet. Mit Ausnahme von Deutschland.

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass auch in Deutschland Biokraftstoffe aus Tierfetten auf die Erfüllung der Treibhausgas-Minderungsquote angerechnet werden dürfen.