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Nationale Umsetzung der RED II

Die nationale Umsetzung der Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (Neufassung), kurz RED II, bestimmt für unsere Branche den ordnungspolitischen Rahmen bis 2030. Jeder Mitgliedsstaat entscheidet darüber, ob die Produktion und der Absatz von abfallbasiertem Biodiesel bis 2030 weiter steigen kann; und damit über seinen ohnehin schon bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz im Straßenverkehr. 

Wir sind der Überzeugung, dass die Nutzung von abfallbasiertem Biodiesel als dem heute klimafreundlichsten Biodiesel nicht begrenzt werden darf. Auch sind wir davon überzeugt, dass besonders nachhaltige Biokraftstoffe mit ihrer deutlichen Minderung von Treibhausgase auf absehbare Zeit das wichtigste Instrument für Regierungen sind, die THG-Emissionen des Fahrzeugbestandes zu mindern. Nur so lassen sich mit Blick auf den Bestand von Verbrennungsmotoren insbesondere die kurzfristigen Klimaziele erreichen.

Wer Klimaschutz im Straßenverkehr ernst meint, darf den Absatz von abfallbasiertem Biodiesel nicht begrenzen.

Am 24. September 2020 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zwei Referentenentwürfe zur  nationalen Umsetzung der Art. 25-28 RED II vorgelegt. Hier unsere Stellungnahmen zu den Referentenentwürfen (Stellungnahme 1, Stellungnahme 2).

B10

Höchste Zeit für B10

Fossilem Diesel werden heute bis zu 7 Prozent Biodiesel (B7) beigemischt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Beimischung auf bis zu 10 Prozent (B10) erhöht wird. Dafür gibt es gute Gründe und zahlreiche Beispiele in anderen Ländern.

Übrigens, es gibt auch schon viele Nutzfahrzeuge, die für den Betrieb mit einer Biodiesel-Zumischung größer 7 Prozent freigegeben sind.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu B10 im Überblick. 

Projekt „Jeder Tropfen zählt“

Die Sammlung gebrauchter Speiseöle aus Haushalten ist bereits gängige Praxis in zahlreichen Ländern Europas. Das DBU-geförderte Projekt „Jeder Tropfen zählt“ sollte ermitteln, ob eine solche Sammlung auch in Deutschland umgesetzt werden kann. Der Erfolg spricht für sich! Als Partner dieses Projektes haben wir schon wenige Monate nach Projektbeginn gelernt, dass deutsche Haushalte absolut bereit sind, ihr gebrauchtes Speiseöl zu sammeln.

Nun muss sich zeigen, wie schnell die Sammlung auf ganz Deutschland ausgedehnt werden kann. Interessierte Kommunen gibt es bereits in vielen Regionen Deutschlands. 

Lassen Sie uns im Sinne eines „Klimaschutzes zum Mitmachen“ gemeinsam für eine bundesweite Sammlung gebrauchter Speiseöle aus Privathaushalten sorgen! Die Zeit ist reif, und die Voraussetzungen könnten besser nicht sein.

UCO-Konversionseffizienz „Das Beste daraus machen“

Abfall und Reststoffe sind besonders nachhaltige und begehrte Ausgangsstoffe für die Produktion erneuerbarer Kraftstoffe. Sie können zu Biodiesel verarbeitet werden, aber auch zur HVO-Produktion oder im Co-Processing genutzt werden. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, mit welchem Konversionsverfahren der höchste Klimanutzen im Verkehr erreicht werden kann. 

Eine Arbeit der Renewable Energy Group (REG) zeigt, dass gebrauchte Speiseöle für Klimaschutz und Verbraucher am effizientesten zu Biodiesel verarbeitet werden sollten. 

Werden gebrauchte Speiseöle zu Biodiesel verarbeitet, gelangen die meisten erneuerbaren Kohlenstoffatome genau dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden; als Kraftstoff in den Straßenverkehr.

Erneuerbare Kraftstoffe im Luftverkehr

Eine unbedachte Förderung sogenannter Sustainable Aviation Fuels, kurz SAF, z.B. durch eine  1,2-fache Anrechenbarkeit auf erneuerbare Energieziele und/oder durch eine Verwendungspflicht, würde SAF aus Abfall und Reststoff einen übermäßigen Wettbewerbsvorteil gegenüber Biodiesel aus Abfall und Reststoff gewähren. 

Dies würde dazu führen, dass multinationale SAF-Produzenten und die Luftfahrtindustrie z.B. für gebrauchtes Speiseöl einen höheren Preis zahlen könnten als mittelständische Biodiesel-Produzenten. Die Folgen: Die Biodiesel-Produzenten blieben ohne Rohstoffe. Und Biodiesel aus gebrauchten Speiseölen würde mittelfristig vom Markt verschwinden. 

Das wäre das Ende der effizienteren Variante, das Ende von höheren THG-Einsparungen bei gleichzeitig niedrigeren Produktionskosten. Bitte unterstützen Sie uns dabei, dieses Szenario zu verhindern.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Positionspapier zum Thema sowie in der Studie „Analysis of aviation fuel demand on waste fats and oils market“.

Erneuerbare Kraftstoffe in der Schifffahrt

Auch für die Binnenschifffahrt ist die Nutzung von Biodiesel eine wichtige Option zur Minderung der Treibhausgasemissionen. Viele Motorenbaureihen unterschiedlicher Hersteller sind bereits für die Nutzung von Biodiesel-Beimischungen zu herkömmlichen Diesel (B7 oder B20) oder für die Nutzung von reinem Biodiesel (B100) freigegeben. 

Eine Liste mit allen freigegebenen Schiffsmotoren finden Sie unter dem folgenden Link.

Treibhausgasminderungsquote

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) setz t mit der Treibhausgasminderungsquote in § 37a den ordnungspolitischen Rahmen auch für den Absatz erneuerbarer Kraftstoffe in Deutschland. 

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD darauf verständigt, die Treibhausgas-Minderungsquote weiterzuentwickeln. Wir setzen uns dafür ein, dass die Treibhausgas-Minderungsquote von heute 6 Prozent bis 2030 ambitioniert erhöht wird.

Positionspapier

Green Deal

Der Green Deal ist zugleich Fahrplan und Bekenntnis der Europäischen Kommission zu mehr Klimaschutz. Ziel der Europäischen Kommission ist es, bis 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freizusetzen, Wirtschaftswachstum von der Ressourcennutzung abzukoppeln und dabei niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich zu lassen. 

Eine steigende Nutzung von mehr abfallbasiertem Biodiesel passt aufgrund seiner Eigenschaften perfekt in diese Klimaschutz-Strategie. Abfallbasierter Biodiesel zeichnet sich durch eine CO2-Minderung um mehr als 90 Prozent aus. Er sorgt für Müllvermeidung, weil er aus Abfall und Reststoffen produziert wird. Und ganz wichtig – er ist der Kraftstoff, der es auch Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ermöglicht, einen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können.

Damit wollen und werden wir auch die Bürgerinnen und Bürger für mehr Klimaschutz gewinnen, die auf absehbare Zeit nicht die Mittel haben, auf E-Mobilität umzusteigen.

Tierfette

Sowohl die RED I als auch die RED II führen Tierfette der Kategorien I und II als nachhaltige Ausgangsstoffoptionen zur Produktion von Biodiesel mit hoher Treibhausgasminderung auf. Folglich wird der Absatz von Biokraftstoffen aus Tierfetten in fast allen EU-Mitgliedsstaaten auf die Erfüllung der nationalen RED-Ziele angerechnet. Mit Ausnahme von Deutschland.

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass auch in Deutschland Biokraftstoffe aus Tierfetten auf die Erfüllung der Treibhausgas-Minderungsquote angerechnet werden dürfen.