B10 und höhere Biodiesel-Mischungen jetzt einsetzen!

Biodiesel aus heimischer Produktion senkt nicht nur die Kraftstoffkosten, sondern auch die Verbraucherpreise und verringert Deutschlands Abhängigkeit von Energieimporten

In einer Zeit steigender Dieselpreise und erhöhter geopolitischer Instabilität steht die Bundesregierung vor einer dringenden Herausforderung: Haushalte und Unternehmen vor steigenden Kraftstoff- und Lebenshaltungskosten zu schützen und gleichzeitig den Klimaschutz nicht zu vernachlässigen.   

Fossiler Diesel ist der Treibstoff, der die europäische Wirtschaft antreibt, aber auch ausbremsen kann. Fast alle Güter – von Lebensmitteln und Medikamenten bis hin zu Baustoffen – sind auf dieselbetriebene Transporte angewiesen. Steigen die Dieselpreise, folgt meist die Inflation. Die aktuelle Volatilität auf den fossilen Energiemärkten, hervorgerufen durch anhaltende geopolitische Spannungen, wirkt sich somit direkt auf Verbraucher und Unternehmen aus. 

B höher, desto besser – B10, B20, B30 und B100

Sofort wirksame, praktische Lösungen stehen für den Verkehrssektor bereit. Sie müssen jetzt nur noch verwendet werden. 

Das flächendeckende Angebot von B10 anstatt B7 an öffentlichen Tankstellen stellt eine der schnellsten und effektivsten Handlungsoptionen dar, um unmittelbar Kostensenkungen an der Zapfsäule zu erzielen und gleichzeitig Europas Energieunabhängigkeit zu stärken. 

Für die Speditions- und Logistikbranche bieten zudem höhere Biodiesel-Beimischungen wie B20 oder B30 sowie die Verwendung als Reinkraftstoff B100 unmittelbar verfügbare Kraftstoffoptionen, die preisstabiler sind als fossiler Diesel. Ein Wechsel des Kraftstoffes senkt somit mittelbar auch die Verbraucherpreise. 

Biodiesel aus heimischer Produktion

Biodiesel kann in großem Maßstab in Deutschland produziert werden – zunehmend aus Abfall und Reststoffen. Deutschlands Produktionskapazitäten für abfallbasierten und fortschrittlichen Biodiesel allein liegen bei 1,25 Millionen Tonnen pro Jahr. 

Die Erhöhung des Biodieselanteils im Kraftstoffmix bietet sofort Vorteile

  • Senkung der Kraftstoffkosten für Verbraucher und geringere Abhängigkeit von teuren fossilen Energieimporten
  • Preisstabilität entlang der gesamten Lieferkette, was den Inflationsdruck mindert
  • Verbesserte Energiesicherheit durch im Inland produzierte, abfallbasierte Kraftstoffe
  • Sofortige Reduktion der Treibhausgasemissionen um bis zu 90 % im Vergleich zu fossilem Diesel
  • Stärkung der heimischen Biodieselindustrie, der mittelständischen Produktionsstandorte und deren Arbeitsplätze in ganz Deutschland

Bundesregierung und Fuhrparkbetreiber haben Handlungsoptionen

Zielgerichtete Maßnahmen der Bundesregierung sind jetzt erforderlich, um die deutsche Wirtschaft vor weiteren Kostensteigerungen und einer Rezession zu schützen.

Solche Maßnahmen wären:

  • Das Angebot höherer Biodiesel-Mischungen erleichtern (z. B. B10 an öffentlichen Tankstellen für Pkw und darüber hinaus für den Schwerlastverkehr)
  • Einführung temporärer Steueranreize oder -befreiungen für erneuerbare Kraftstoffe, um deren Verwendung zu fördern und die Preise an der Zapfsäule zu senken
  • Keine Maut für Nutzfahrzeuge, die nachweislich mit B100 fahren; Mautnachlässe bei der Nutzung von höheren Beimischungen wie B20 oder B30
  • Beseitigung nicht mehr zeitgemäßer regulatorischer Hürden, wie Verwendungsobergrenzen, die insbesondere die Nutzung nachhaltiger, abfallbasierter Rohstoffe einschränken.

Fuhrparkbetreiber sollten ihren Kraftstofflieferanten nach den Lieferkonditionen für B20, B30 oder B100 fragen und prüfen, ob ihre Fahrzeuge für die Verwendung dieser Kraftstoffoptionen freigegeben sind (Freigaben-Liste).

B100 ist eine lukrative Option.

Genormt, erprobt und ausgereift

Biodiesel ist keine Zukunftstechnologie. Er ist erprobt und eine technisch ausgereifte Kraftstoffoption, die bereits im Schwerlastverkehr, in kommunalen Flotten, der Landwirtschaft und im ÖPNV eingesetzt wird. Er erfüllt strenge Normanforderungen, gewährleistet eine zuverlässige Motorleistung und trägt durch seine hohe Cetanzahl und überlegene Schmierfähigkeit zu einer besseren Motorhaltbarkeit bei.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Verwendung höherer Biodiesel-Beimischungen wäre eine kostendämpfende Maßnahme, die sofort von Privatverbrauchern und Fuhrparkbetreibern umsetzbar wäre. Deutschlands Bürgerinnen und Bürgern hätten spürbare Vorteile, die die Klimaschutz und Wirtschaft gleichermaßen unterstützen. 

Bildnachweise: Proxima Studio – stock.adobe.com/KI-bearbeitet; scharfsinn86 – stock.adobe.com

Biokraftstoffe in der Schifffahrt

<strong>Abfallbasierte Biokraftstoffe.</strong>

Abfallbasierte Biokraftstoffe.

„Von zentraler Bedeutung“ für den Klimaschutz im Seeverkehr

Auch der Seeverkehr muss zukünftig einen deutlich höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Es gilt, heute verwendete fossile Kraftstoffe, nicht nur so schnell und umfänglich wie möglich durch erneuerbare Kraftstoffe zu ersetzen sondern auch so effizient und wirtschaftlich wie möglich.

Wie der Schwerlastverkehr auf der Straße wird auch der Schiffsverkehr in Zukunft weitestgehend auf die Nutzung flüssiger Kraftstoffe angewiesen sein.

Abfallbasierte Biokraftstoffe zählen zu diesen erneuerbaren, flüssigen Kraftstoffen. Wichtige Rohstoffe für die Produktion dieser besonders nachhaltigen Kraftstoffe sind biogene „Abfallöle“, in erster Linie gebrauchte Speiseöle und tierische Fette. Diese werden im Teil B des Anhangs IX der Richtlinie (EU) 2018/2001 aufgelistet. Dabei darf nicht vergessen werden: Diese „Abfallöle“ sind nur begrenzt verfügbar. Deshalb sollten sie ausschließlich dort eingesetzt werden, wo sie effizient für den Verkehrssektor insgesamt den höchsten Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die Studie „Conversion efficiencies of fuel pathways for Used Cooking Oil” hat untersucht, für welche Verkehrssektoren gebrauchte Speiseöle für Klimaschutz und Verbraucher am effizientesten zu Biokraftstoff verarbeitet werden. Mit eindeutigem Ergebnis: für den Straßenverkehr und Schiffsverkehr, zu Biodiesel verarbeitet. Dieses Ergebnis kann auf tierische Fette und andere biogene Abfallöle des Anhangs IX Teil A der Richtlinie (EU) 2018/2001 übertragen werden. 

Es gibt zwei weitere wichtige Argumente für den Einsatz nachhaltiger Schiffskraftstoffe aus gebrauchten Speiseölen und tierischen Fetten. Im Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission im Rahmen der FuelEU Maritime-Initiative heißt es: „Von zentraler Bedeutung sind insbesondere die nachhaltigen Schiffskraftstoffe, die aus den in Anhang IX Teil B der Richtlinie (EU) 2018/2001 aufgeführten Rohstoffen hergestellt werden, da die ihnen zugrunde liegende Technologie derzeit die kommerziell ausgereifteste ist und mit ihnen der Seeverkehr bereits auf kurze Sicht dekarbonisiert werden kann.“

Hinzu kommt: Es gibt mittlerweile eine Vielzahl praktischer Erfahrungen mit dem Einsatz nachhaltiger Schiffskraftstoffe aus den in Anhang IX Teil B aufgeführten Rohstoffen. Nahezu wöchentlich berichten Reedereien über ihre positiven Erfahrungen mit dem Einsatz abfallbasierter Biokraftstoffe in unterschiedlichsten Schiffstypen.

Eine Vielzahl der dort eingesetzten Motoren ist bereits für die Betankung mit Biodiesel freigegeben. Um welche Motoren es sich dabei handelt, zeigt die Liste „Freigaben in der Binnenschifffahrt für den Betrieb mit Biodiesel (B7 | B20 | B30 | B100)“.

Kraftstoffe für einen klimafreundlichen Straßenverkehr

Was machen wir?

Was machen wir?

Kraftstoffe für einen klimafreundlichen Straßenverkehr

Klimaziele erreichen. Mobilität erhalten.

Um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen, muss der Verkehrssektor seine Treibhausgasemissionen schnell und spürbar mindern. Dafür sind auch Maßnahmen erforderlich, die direkt im Fahrzeugbestand genutzt werden können.

Die Verwendung von abfallbasiertem Biodiesel ist eine solche Maßnahme.

Abfallbasierter Biodiesel mindert die Treibhausgasemissionen um mehr als 90 Prozent und wird bereits heute fossilem Diesel bis zu 7 Prozent beigemischt. Unsere Mitglieder produzieren den besonders klimafreundlichen Biodiesel in Deutschland, Österreich oder den Niederlanden.

Erfreulich ist der kontinuierliche Anstieg beim Absatz von abfallbasiertem Biodiesel. Im Jahr 2018 z. B. lag er bei 1,1 Mio. Tonnen. Mit dem Effekt, dass im Verkehrssektor allein dadurch 3,6 Mio. t CO2-eq weniger Treibhausgase emittiert wurden. Zudem waren Abfall und Reststoffe die wichtigsten Ausgangsstoffe für die Produktion des in Deutschland in Verkehr gebrachten Biodiesels. Doch da ist reichlich Luft nach oben – auch mit Ihrer Unterstützung.